Der Saal köchelt auf kleiner Flamme

Weniger Gäste beim Nachmittag des Vereinsrings in der Stadthalle

ZEILSHEIM – Vor Corona war alles besser, das hört man oft. Auch wenn es nicht immer stimmt, so hat doch gestern auch der nach zweijähriger Unterbrechung wieder angebotene „Zeilsheimer Nachmittag“ in der Stadthalle an der Bechtenwaldstraße noch einmal weniger Publikum angezogen als vor der Pandemie. Da waren „320 bis 350“, sagt Claus Thrun, der Vorsitzende des Zeilsheimer Vereinsrings. „Wir hatten uns mehr erhofft.“

Die richtig großen Veranstaltungen mit gerammelt vollem Saal, wie sie der Vereinsring bis noch in die 2010er Jahre hinein organisieren konnte, gehören der Vergangenheit an. Seit 1982 gibt es die Reihe, die früher noch „Zeilsheimer Seniorennachmittag“ hieß. Dann wollte man die Veranstaltung auch jüngeren Semestern schmackhaft machen und nannte sie „Zeilsheimer Nachmittag für Jung und Alt“, schließlich nur noch „Zeilsheimer Nachmittag“, doch die Besucherzahlen reichen nicht mehr an die Marken heran, die einmal mit Lena Valaitis, den Jacob Sisters, Graham Bonney, Billy Mo oder Patrick Lindner erreicht werden konnten. Tony Marshall, um den die Fans gerade bangen, brachte es 2018 mit seiner „Schönen Maid“ noch auf gut 600 Gäste; Mara Kayser hatte 2017 nur etwa 400 Zuschauer geholt. 2019, beim letzten „Zeilsheimer Nachmittag“ vor Corona, war es bei Stargast Christian Lais auch nicht gerade überfüllt.

Patrick Himmel, Hauptprogrammpunkt der gestrigen 38. Auflage, konnte denen, die gekommen waren, mit eigenen Titeln wie „Summertime is Partytime“ oder Hits von Größen wie Udo Jürgens gefallen, aber es waren ganze Reihen frei. 12 Euro, so viel kostet eine Eintrittskarte, ist heute für Senioren viel Geld – so mancher muss es sich zweimal überlegen, ob das angesichts von Inflation und Kostensteigerung noch drin ist.

T-Shirts gab es kostenlos

Der Ruf des „Frankfurter Bubs“ Patrick Himmel reicht nicht an die Bekanntheit früherer Stargäste heran, obwohl er 2018 in Stefan Mross’ TV-Sendung „Immer wieder sonntags“ und bei Bernhard Brinks Show in Leipzig zu sehen war. Deswegen verteilte er Fan-T-Shirts mit der Aufschrift „Ich bin ein Geschenk des Himmels“ gleich gratis an besonders eifrig applaudierende Zuschauer.

Das restliche Jubiläumsprogramm – gefeiert wurde „40 Jahre Stadthalle Zeilsheim“ – bot Bewährtes aus dem eigenen Stadtteil und aus der näheren Umgebung. Durchs Programm führte einmal mehr der Zeilsheimer Entertainer Benny Maro, der unter seinem Alter Ego Heinz Marosch auch wieder mit dem Volkschor Thalia auftrat, dessen Dirigent er ist. Benny Maro heizte das Publikum mit „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ und „Sugar Sugar Baby“ an; mit der Thalia bot er Schlagermelodien wie Rocco Granatas „Marina“ oder Daniel Gerards „Butterfly“. Einen großen Applaus gab’s für die zwei jungen Paarakrobatik-Künstler des Varietés Voilà, einer seit 2002 bestehenden Arbeitsgemeinschaft (AG) der Bad Nauheimer Waldorfschule. Die Tanzgruppe der Frankfurter Karnevalgesellschaft „Die Eulen“ musste kurzfristig passen.

Die musikalische Begleitung des Nachmittags übernahmen „Die Unterliederbacher“, die kleine Formation des Musikvereins Höchst, dessen großes Blasorchester Höchst weit über den Frankfurter Westen hinaus bekannt ist. Der Verein ist seit 2017 beim Zeilsheimer Nachmittag dabei. Kaffee, gekocht von der Bereitschaft des Zeilsheimer Roten Kreuzes, und Kuchen gab es auch wieder, obschon viel Kuchen wieder ungegessen abgeräumt werden musste.

Holger Vonhof
Höchster Kreisblatt

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Artikel